Rückengerechtes Gärtnern

Zwei Spezialistinnen haben sich zum Thema „rückengerechtes und kraftschonendes Arbeiten im Garten“ zusammen getan.

Ulrike Bös: Physiotherapeutin & Rückenschullehrerin
Brigitte Kleinod: Diplom Biologin, Garten Gestalterin, Sachbuch Autorin

Neben Veröffentlichungen in Gartenzeitschriften und Vorträgen bieten wir Ihnen Praxisseminare zum rückengerechten Gärtnern.

Brigitte Kleinod zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Garten rückenfreundlich gestalten bzw. umgestalten können, Sie gibt Tipps wie sich anstrengende Arbeiten vermeiden lassen.

Anleitungen und Tipps zu folgenden Tätigkeiten erhalten Sie von Ulrike Bös

Ohne Schmerzen durchs Gartenjahr

Haben Sie nicht auch schon mal während der Gartenarbeit ein unangenehmes Ziehen im Rücken oder Schmerzen in den Knien oder Armen verspürt? Wollten Sie in diesem Moment am liebsten alles betonieren und grün anstreichen? So weit soll es natürlich nicht kommen. Überlegen Sie deshalb bei Zeiten, was Sie verändern müssen, damit das Gärtnern eine Lust bleibt und nicht zur körperlichen Last wird.

Auch wenn es in unserer Gesellschaft niemand so recht wahr haben will: Im Laufe des Lebens lassen Sehvermögen, Muskelkraft, Beweglichkeit und andere Fähigkeiten nach. Aber auch junge Menschen haben oftmals nicht die Kraft und Ausdauer, schwere Gartenarbeit auszuführen. Unwissenheit und Gewohnheit führen zu unkontrollierten Bewegungsabläufen und die Probleme, die der Einzelne im Alltag verspürt, werden hier noch verstärkt.

Es ist daher sehr nützlich, sich einmal mit den eigenen Bewegungsabläufen bei der Gartenarbeit auseinander zu setzen und diese gegebenenfalls zu korrigieren.

Technische Hilfsmittel benutzen

Für jedes Problem gibt es unterschiedliche Lösungen, angefangen bei der Technik, bis hin zur Ausführung der Bewegung: Der Kauf einer Rosenschere mit Rollgriff oder Ratschenübersetzung zahlt sich bei jedem Schnitt aus, der Ihnen leichter von der Hand geht. Moderne, leichte Gartengeräte belasten Ihre Muskeln und Gelenke wesentlich weniger als die alten, schweren Werkzeuge. Lindern Sie Ihre Rückenprobleme mit ergonomisch geformten oder längenverstellbaren Gerätestielen. Greifer, Laubstecher oder Unkrautzangen, die sich in aufrechter Haltung bedienen lassen, ersparen Ihnen häufiges Bücken.

Eine Regenfasspumpe oder ein Schlauchausguss füllen die Gießkanne, ohne dass Sie Ihre Knochen und Muskeln strapazieren.

Richtige Körperhaltung einnehmen

Aber auch ohne aufwändige technische Hilfsmittel kann man sich die Gartenarbeit enorm erleichtern. Dazu gehört ein trainierter Körper ebenso wie die richtige Haltung bei der Arbeit. Aufwärmen, Lockerungsübungen, der richtige Arbeitsrhythmus und sinnvolle Gartengeräte vermeiden viele unangenehme Folgeschäden. Durch unser Schulungsprogramm sollen Sie praktische Erfahrungen sammeln. Wir zeigen die typischen Fehlbelastungen und Fehlhaltungen sowie Kniffe und Tricks, diese zu vermeiden.

So ist es z.B. anschließend auch möglich, das Auto rückengerecht zu polieren und die Fenster mit einer richtigen Haltung zu putzen. Und ganz nebenbei werden auch die Muskeln gestärkt, was Ihren Rücken im Alltag dauerhaft entlastet.

Unfälle vermeiden

Steile, rutschige oder kaputte Wege sind Gefahrenquellen. Es ist zu spät sie zu beseitigen, wenn Sie mit Knochenbrüchen im Krankenhaus liegen. Handläufe und eine gute Beleuchtung gehören ebenso zum Garten wie die sichere Aufbewahrung der Gartengeräte und gute Arbeitskleidung.

Die meisten Unfälle passieren bei der Haus- und Gartenarbeit, wo die Gefahrenquellen meist unterschätzt werden. Aber auch ein gut trainierter Körper und das Wissen um die richtigen Bewegungsabläufe helfen, Unfälle und Körperschäden zu vermeiden.

Unkraut jäten

Hier sehen Sie verschiedene Arbeitshaltungen und Hilfsmittel um rückenschonend das Unkraut zu bekämpfen.

Gießkannen heben

Lieber zwei Gießkannen halb füllen als einseitiges Tragen. Beim anheben tief in die Knie gehen und mit geradem Rücken die Kannen heben.

Rasen mähen

Kraftschonend Rasen mähen, mit dem Benzinmäher oder dem Handrasenmäher. Spannen Sie die Schultern nach unten und halten Sie den Rücken stets gerade. Mit gleichmäßigen Schritten und gerader Haltung wird der Rasen gemäht. Der Druck beim Schieben erfolgt aus beiden Armen gleichermaßen, um die Wirbelsäule gerade zu halten.

Fangkorb leeren

Um den Fangkorb zu leeren, aus der Schrittstellung tief in die Knie gehen. Dadurch erhält man eine bessere Stabilität im Körper und kann das Gewicht besser anheben. Eine Hand hält die Klappe hoch, die andere Hand löst den Fangkorb. Den Fangkorb abstellen – den Rasenmäher etwas verschieben – und schon kann der Fangkorb geleert werden.

Unterschiedliche Arbeitshaltungen am Hochbeet

Arbeiten am Boden

Im Kniestand lässt sich rückenschonend arbeiten. Dabei ruhig den Körper auf dem aufgestellten Bein abstützen. Der Rücken bleibt gerade. Ein Schaumstoffkissen entlastet das Knie!

Gießen

Aus der Schrittstellung die Blumen gießen. Dabei mit beiden Händen die Gießkanne bewegen.

Arbeiten mit einer ergonomisch geformten Schaufel

Diese Schaufel ist wie ein Spaten einzusetzen. Durch die S-förmige Griffgestaltung entsteht ein optimaler Krafthebel. Ein rücken- und kraftschonendes Arbeiten ist so möglich.